verschoben: Florian Hunziker

Die Ausstellung wird aufgrund der aktuellen Lage verschoben.

Der in Frauenfeld wohnhafte Florian Hunziker (*1973) besuchte die Oberstufe in Berg, wo er erstmals mit dem Hochdruckverfahren in Berührung kam. Einer seiner Lehrer besass eine Druckpresse. Er liess die Schülerinnen und Schüler Motive aus dem Holz schnitzen, die erhabenen Teile schwarz einfärben und auf Papier drucken. Bereits zu diesem Zeitpunkt hätte es Florian Hunziker gereizt, den Vögeln, die er mit Hilfe von Schneidemessern als Relief fertigte, Farbe zu geben. Doch es sollte einige Jahre dauern, bis er seinen ersten Mehrfarbendruck ausführen würde: Zuerst absolvierte er eine Möbelschreinerlehre in Weinfelden, arbeitete im Welschland und in Solothurn in einer Antikschreinerei und einem Designeratelier und wagte den Schritt in die Selbständigkeit. 2001 eröffnete er in Frauenfeld seine Werkstatt an der Balierestrasse 17. Seither gibt es die Firma Florian Hunziker Schreinerei, der Slogan lautet «möbelpunktanders».
Seine Begeisterung für das Zeichnen und seine Bewunderung für Holzschnitte blieben all die Jahre bestehen. Weil der dreifache Familienvater im Verlauf des Jahres mit Holzarbeiten für die Kundschaft beschäftigt ist, entstehen zwei bis drei Drucke. Ganz dem Holzschnitt widmet er sich seit 2013 während den Rauhnächten. Diese Tage zwischen Weihnachten und Dreikönigstag wurden wegen der Zeitrechnung nach einem Mondjahr, welches 354 Tage hat, als «Zeit zwischen den Jahren» eingeschoben, um die 365 Tage des Sonnenjahres zu vervollständigen. Es heisst, was in einer Rauhnacht geträumt wird, soll in den Monaten des kommenden Jahres geschehen. So entspricht die erste Rauhnacht vom 24. auf den 25. Dezember dem Monat Januar. Florian Hunziker begann 2013 eine Tradition, indem er seine Rauhnächte-Träume auf Holzschnitte abbildete. Daraus gab es Kalenderbilder, die in der Stadtgalerie Baliere Frauenfeld zu sehen sind. Für die Entstehung des Kalenders 2020 hat sich der Rauhnacht-Schnitzer eine Auszeit genommen und sich in ein Badehaus in der Nähe von Romanshorn zurückgezogen. Am Morgen beim Aufwachen hat er seine Träume abgerufen. Manchmal waren es Bilder oder Eingebungen, die dem Künstler ins Gedächtnis sprangen und die er auf einer quadratischen Lindenholzplatte im Format 162 mm verbildlichte. Er führt die vier Schnitzmesser mit unterschiedlichen Klingen spontan und intuitiv. Zuerst wird das herausgeholt, was weiss bleibt. Auf die bearbeitete Platte kommt Farbe, die mit einer Walze gleichmässig verteilt wird. Die Stimmung des Traumes lässt Florian Hunziker zu kräftigen oder dezenten Farben greifen. Das Blatt wird auf dem Druckstock positioniert, der Abdruck erfolgt durch eine Druckpresse, maximal 14 Exemplare. Das Abbild eines Turmes beispielsweise steht für den Monat Juni, ein Holunderbaum gibt den Monat Oktober wieder.

Der Druckstock wird bis zu dreimal eingefärbt und darüber gedruckt. Das setzt eine gute Vorstellungskraft sowie handwerkliches und technisches Geschick voraus. Es kommt auch vor, dass er drei Platten fertigt, die er nacheinander druckt. Das Ergebnis erscheint spiegelverkehrt.

Seine Drucke hat er am Kunstnachtflohmarkt im Eisenwerk sowie am Atelier-Wochenende des Kulturpools Regio Frauenfeld gezeigt.
[Text: Carole Isler, 2020]

 

Vernissage:
02.04.2020, 19:00 Uhr
Die Ausstellung wird aufgrund der aktuellen Lage verschoben.

 

Ausstellung:
Dauer: 02.04.2020 - 19.04.2020

 

Öffnungszeiten:
Donnerstag 17-20 Uhr
Samstag 12-16 Uhr
Sonntag 12-16 Uhr

 

Kontakt:
florian@moebelpunktanders.ch
moebelpunktanders.ch

 

Download:
EK_Florian Hunziker_Bild.pdf